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Flavia - Leidensweg einer Nonne 

Review - Filmkritik

Originaltitel: Flavia, la monaca musulmana

Alternativtitel: Nonnen bis aufs Blut gequält, Flavia the Heretic

Herstellungsland/Herstellungsjahr: Italien, 1974

Laufzeit: 96 min uncut

Regie: Gianfranco Mingozzi

Darsteller: Florinda Bolkan, Maria Casarès, Claudio Cassinelli


 

Story

Bereits als junges Mädchen macht Flavia, die Tochter eines angeblichen Edelmanns, erste, frühkindliche Erfahrungen. Ihr Vater entpuppt sich nämlich als sarazenischer Ausbeuter, der vor ihren Augen plündert und mordet. Als junge Frau heran gereift, geht sie freiwillig in ein Kloster. Doch das Leben als Nonne schützt Flavia nicht vor weiteren Belastungen. Grausamkeiten, Besessenheit, Ungerechtigkeit und Krankheit bestimmen das Leben in dieser schlimmen Zeit. Flavia wird dabei Zeuge einer Kastration eines Pferdes und einer Vergewaltigung einer Bäuerin. Flavia zweifelt an ihrem Glauben! Warum ist Gott männlich? Doch schon im nächsten Moment wird sie Zeuge einer unmenschlichen Folterung einer Nonne durch ihren Vater. Jetzt verliert Flavia völlig den Glauben an der Welt. Sie reisst aus und trifft dort auf den Juden Abraham. Als dieser gefangen genommen wird, verbündet sie sich mit den Anführer der Muselmanen. Ihre Zeit der Rache ist gekommen.
 

Meinung

 Auf den ersten Blick ist "Flavia" ein sehr aufwendig inszeniertes Leinwandspektakel, das mit bildgewaltigen Aufnahmen und opulenter Musik
besticht. Die pompösen Sets und mittelalterlichen Kulissen transferieren dabei die Inquisitions-Stimmung sehr schon ins heimatliche Wohnzimmer. Zudem hat Regisseur Gianfranco Mingozzi fast schon so etwas wie eine Pro-Feminismus-Message integriert, was dieser sonst eher ziemlich
exploitativen Sparte ungewöhnlich tiefgründige Zuge verleiht. Die Titelrolle wird von Florinda Bolkan perfekt verkörpert, der Wandel von der Männerwelt gepeinigten Nonne zur Jeanne D'Arc-ähnlichen Rächerin ist glaubhaft und dramatisch dargestellt worden. 

Allerdings schien Mingozzi bewusst, dass er neben der Kur auch die Pflicht einhalten muss, und so gibt es neben all dem Bombast eine heftige Packung Sleaze um die Ohren: Neben einer eindrucksvollen, fast schon traumähnlichen Sequenz gegen Ende des Filmes, wird ein Pferd kastriert, fröhlich gefoltert, gemordet oder im Schweinedreck vergewaltigt.
Und die kurze, aber intensive Szene, in der Flavia die Haut abgezogen wird hat selbst einen alten Gorehound wie mich erschauern lassen.

Dieser Film ist der Klassiker unter den Nonnenfilmen schlechthin. Schon fast künstlerisch vermag Regisseur Gianfranco eine Flut von Bildern einzufangen, die den Zuschauer an vielen Stellen überfordern vermag, da das Gezeigte einfach zu explizit und unerwartet ist. Verstärkt wird der Eindruck noch durch den wahren historischen Hintergrund. Diese restaurierte Fassung stellt somit ein für alle Zeiten verewigtes, filmhistorisches Relikt dar.

Es handelt sich um die längste Fassung weltweit!
Einige kurze Szenen sind in englisch mit deutschen Untertiteln


 
   

Trailer