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Ichi - The Killer
 

Review - Filmkritik

Originaltitel: Koroshiya 1

Alternativtitel: Koroshiya ichi

Herstellungsland/Herstellungsjahr: Japan, 2001

Laufzeit: 123min

Regie: Takashi Miike

Darsteller: Tadanobu Asano, Nao Omori,

Shinya Tsukamoto

 

Story

Der Yakusa Boss Anjo ist zusammen mit einer Prostituierten und 100 Millionen Yen verschwunden. Der ultrabrutale, masochistische Kakihara macht sich zusammen mit dem Rest von Anjo's Truppe auf die Suche nach dem Chef. Ein säuberlich aufgeschlitzter Safe am Tatort lassen auf den mysteriösen, für seinen extremen berüchtigten Ichi vermuten. Ichi selber ist in Wirklichkeit ein unscheinbarer Junge, der von Jijii, einem Triaden, der aus der Anjo-Gruppe ausgewiesen wurde, benutzt wird um einen Bandenkrieg zwischen den Yakusa Clans anzuzetteln. Unter Hypnose wurde dem harmlosen jungen Mann eingetrichtert, als Schüler hätten ihn seine Schulkameraden gezwungen einer Vergewaltigung beizuwohnen, die ihn aber irritierender Weise erregte.Um ihn in blutrünstige Raserei zu versetzen, suggeriert Jijii seinem unfreiwilligem Helfer, dass seine Opfer Ähnlichkeiten mit den damaligen Peinigern des Mädchens haben und schon geht es los. In einem Superhelden- Kostüm und mit Klingen versehenen Schuhen richtet der an sich total harmlose Ichi unter den Triaden regelrechte Blutbäder an, die wiederum mit wachsenden Begeisterung von Kakihara wahrgenommen werden. Bald kreuzen sich die Wege der beiden, doch es soll nicht alles so kommen, wie Kakihara sich das erhofft...

Meinung

 Um es vorweg zu nehmen: "Ichi The Killer" ist ein perverser Film. Gleichzeitig, jedoch wieder voller Miike-typischer Absurditäten und ironischen Brechungen, so dass die ansonsten schier unerträglichen Gewaltszenen und Darstellung von Körpersäften jeglicher Couleur gottseidank in den Bereich der Lächerlichkeit geraten.

Von einem einheitlichen Regiestil kann bei "Ichi", wie in Miikes Gesamtwerk, nicht im entferntesten die Rede sein. Vermutlich wollte dieser verrückte kleine Japaner wieder mal sein gesamtes Publikum schockieren und zum Entleeren des Mageninhalts bringen und hat sich am Set permanent totgelacht. Und das ist auch das was Ichi ausmacht: Spass!!! Man merkt allen Beteiligten an, dass sie einen Riesenspaß bei der Sache hatten und waren vermutlich alle gespannt wie ein Flitzebogen auf die Premiere. Wenn man dann noch bedenkt, dass ebenbürtige Regiegrößen wie Shinja Tsukamoto ("Tetsuo", "Bullet Ballet", "Gemini") und Sabu ("D.A.N.G.A.N. Runner", "Monday"), die einen fast ebensogroßen Hau wie der Meister selber weghaben, tragende Rollen in dem Film übernahmen, überkommt einen immer mehr Neid, nicht am Set gewesen zu sein. Vermutlich verfielen die Beteiligten nach jeder neu ausgedachten Gemeinheit in krampfartige Lachzustände.

Denn, eine tiefgehende Story hat "Ichi" nicht zu bieten. Zwar versucht uns Miike durch geheimnisvolle Schnitte und unerklärliche Szenen in die Irre zu führen, aber wer ihn kennt, weiß, dass es ihm Spass macht, sein Publikum zu verwirren. Also sollte man weniger Wert auf die Interpretation von kryptischen Sequenzen legen und sich einfach nur auf eine Rollercoasterfahrt durchs Hirn des aufregendsten Regisseurs der Gegenwart einlassen. Ähnlich wie beim Baden sollte man diesen Film allerdings nicht mit prall gefülltem Magen sehen und mitfühlende Persönlichkeiten, die schon bei einer Spritze auf der Leinwand laut "Aua!" schreien, müssen einen riesengroßen Bogen um dieses monströse Spass-Meisterwerk machen, denn einige der dargebotenen Gewalttätigkeiten tun ziemlich weh.
Bedauerlich, dass der ganz großartige Sususmu Terajima (fast alle Kitano-Filme, "Monday", "Shark Skin Man & Peach Hip Girl") schon so frühzeitig in die Foltermühle Kakiharas gerät, da man ihn fortan nur in Ganzkörper-Mullbinden genießen darf. Dafür ist die Art seiner Tortur um so sehenswerter. Offenbar hat der gute Miike eine Obsession was spitze Metallsstäbe im Gesicht angeht. Terajima jedenfalls muss dort einiges über sich ergehen lassen.

Trotz seiner ca. 130 min ist "Ichi" zu keiner Zeit langweilig, obwohl er sicherlich auch nicht jedermanns Sache ist. Düsteren Splatterfans wird das ganze zu humorig sein, da Miike durchaus die meisten Szenen durch ironische Brechung in den Bereich der Erträglichkeit zurückführt. Auch wird man sich beklagen über schlechte CGI-Effekte, die m.E. aber sogar absichtlich auf dem miserablen Niveau gehalten wurden. Für die Schicht der Freunde von asiatischen Gangsterfilmen wiederum dürfte "Ichi The Killer" einerseits zu brutal, andererseits zu albern sein. Letztlich ist "Ichi" ein typischer Miike (und wohl auch nur für dessen Kenner und Verehrer geeignet), der am normalsterblichen Publikum mit Sicherheit komplett vorbeigeht. Das Potential an Absurdität und Surrealismus kann man schon fast in den Bereich von Kunst einordnen, wenn man nicht wüsste, dass Miike nichts als ein moderner Eulenspiegel ist, der jeder Narretei gegenüber aufgeschlossen scheint.


 
   

Trailer