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I Spit on Your Grave 2

Sweet Home

Irreversibel  

Review - Filmkritik

Originaltitel: Irréversible

Alternativtitel: Irreversibel

Herstellungsland/Herstellungsjahr: Frankreich, 2002

Laufzeit: 94 min

Regie: Gaspar Noé

Darsteller: Vincent Cassel, Monica Bellucci, Albert Dupontel

 

Story

Alexandra und Marcus sind ein glückliches Paar. Die beiden führen ein ausgelassenes Leben und streifen nachts durch die wildesten Parties. In einer Nacht dann geschieht das Unglück: Alex macht sich alleine auf den Heimweg und wird in einem Tunnel einem sadistischen Schwulen vergewaltigt. Als Marcus auf dem Nachhauseweg am Tatort vorbeikommt, muss er mit ansehen, wie Alex im Koma liegend abtransportiert wird. In seiner rasenden Wut kennt Marcus nur noch einen Gedanken: Rache.
 

Meinung

Vorweg ein paar Worte zum Skandal von Cannes: Das ist er, der Skandalfilm von Cannes, dadurch berühmt geworden das ca. 20 Leute nach anschauen dieses Films medizinisch Versorgt werden mussten, da man eine ziemlich lange Vergewaltigungsszene und einen Detailreichen Mord zu sehen bekommt. Nun, hierzu muss ich sagen das die gezeigten Szenen wirklich an der Grenze des ertragbaren liegen, und ich es auch verstehen kann wenn man das Kino verlässt bzw. den Film vorher abschaltet.
Der Film selber ist wirklich gut. Er fängt an mit dem Ende, und ist somit eine Variante von Memento, da auch er rückwärts läuft. Das ganze läuft allerdings ohne Schnitt und ist somit eher eine Weiterentwicklung und Experiment, als nur bloße Kopie des ganzen. Am besten erkennt man dieses an der Kameraführung die wirklich total untypisch ist. Am Anfang (der übrigens ziemlich langweilig geraten ist) hat man fast das Gefühl, der Kameramann war während des Drehens auf Drogen, da die Kamera in alle möglichen Richtungen schwenkt, und mehr über Kopf und auf der Seite steht, als ein übliches Bild abzuliefern. Am Anfang erkennt man auch gar nicht richtig, wo sich das Geschehen eigentlich befindet und was los ist. Kaum hat die Story etwas begonnen, schon kommt der Mord an dem vermeintlichen Vergewaltiger. Dieser Zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er hyperrealistisch ist. Man muss sich das ganze mal als Blair Witch Variante vorstellen, nur eben viel viel besser. Das gleiche gilt für die Vergewaltigungsszene. Auch diese ist so krass weil sie eben derart realistisch in Szene gesetzt ist, das sie eine schockierende Intensität hat, die kaum zu überbieten ist. Beide Szenen sind ohne Schnitt, und atmosphärisch sehr dicht. Bis inklusive Vergewaltigung und ein paar Szenen davor spielt der Film in dunklen Gassen und dreckigen, schäbigen Umgebungen, die schon allein dadurch eine böse Atmosphäre erzeugen. Hinzu kommt die schon erwähnte Kameraführung und der Sound. Alles in allem ist es ein perfektes Zusammenspiel zwischen dem was man sieht und dem was man hört. Deswegen ist der Film auch gerade so gut.
Fazit: Man sollte nicht mit der Erwartung an dem Film gehen ein Brutales Dumm-Dumm Geschoss wie Baise-Moi vor sich zu haben. Der Film ist viel mehr als nur diese beiden Szenen. Sicherlich ist der Anfang eher langweilig, aber der Film steigert sich von Minute zu Minute. Er ist Drama, Experiment und Plädoyer gegen Gewalt an Frauen. Er ist meiner Meinung nach ein echtes Kunstwerk Die Inhaltsangabe ist zwar wirklich fast nur diese paar Zeilen (mehr sollte man auch nicht verraten), trotzdem wurde aber wirklich ein Film geschaffen den man so leicht nicht wieder vergisst und der eher zum Nachdenken anregt, als nur dumpfe Unterhaltung bietet. Er ist „Ein Film den man nicht ins Herz schließen muss, aber unbedingt gesehen haben sollte.“


 
   

Trailer