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May - Die Schneiderin des Todes
 

Review - Filmkritik

Originaltitel: May

Alternativtitel: May - Die Schneiderin des Todes

Herstellungsland/Herstellungsjahr: USA, 2002

Laufzeit: ca. 90 min

Regie: Lucky McKee

Darsteller: Angela Bettis, Jeremy Sisto, Anna Faris, James Duval


 

Story

Der Horror hat einen neuen Namen! MAY Die junge May Canady ist das, was man ein stilles Wasser nennt. Von dunklen Kindheitstagen an ohne Kontakt zu anderen Menschen aufgewachsen, diente ihr eine unheimliche Puppe als einzig wahrer Freund in Jugendtagen. Nun, zur jungen Frau und OP-Helferin in einer Tierklinik heran gereift, beginnt sie das andere Geschlecht zu faszinieren. Besonders der attraktive Adam hat es dem scheuen Mauerblümchen angetan. Jetzt muss sie nur noch heraus finden, wie man so einen Knaben rumkriegt und was man dann mit ihm tut. Ihre Puppe ist dabei keine grosse Hilfe, und auch die nette Kollegin ahnt nicht wirklich, wie fremd May selbst die einfachsten zwischenmenschlichen Dinge sind. Als Adam nach anfänglichen Erfolgen ihre Annäherungsversuche brüsk zurück weist, zieht das stille Mädchen andere Saiten auf. Schliesslich hat sie nicht umsonst Schneiden und Nähen gelernt!
 

Meinung

 Die Titulierung als Horrorfilm bei „May“ ist irreführend. „May“ ist eine beeindruckendes Drama über eine gesellschaftliche Außenseiterin, welches sich erst gegen Ende zum „richtigen“ Horrorfilm entwickelt. Natürlich sind die Anleihen beim Horrorfilm unübersehbar - das fängt mit einer Anspielung auf Dario Argentos „Trauma“ an, setzt sich mit einem Buch über Argento, welches Adam liest, nahtlos fort und gipfelt in dem Kurzfilm von Adam - aber über die meiste Spielzeit hin ist May ein Drama mit nur sehr gezielt eingesetzten psychischen Horrorelementen.

Und dieses funktioniert sehr gut. Vor allem wegen Angela Bettis (die demnächst auch in dem neusten Horror-Streifen von Legende Tobe Hopper agieren wird). Hervorragend schafft es die junge Schauspielerin die Außenseiterin dem Zuschauer nahe zu bringen. Man lernt eine Person kennen, die aufgrund ihrer miserablen Kindheit eine kaputte Persönlichkeit aufweist, die aber noch nicht zerstört ist. Die junge Frau sucht nach Liebe und Halt. Das Finden dieser beiden Dinge, könnte ihr vielleicht irgendwann noch ein normales Leben ermöglichen. Doch beide aussichtsreichen Versuche, dies zu finden, scheitern. Einmal geht sie selbst aus Unerfahrenheit zu weit, das andere Mal wird sie nur ausgenutzt. Dadurch ist der Punkt erreicht, wo ihre Persönlichkeit nicht mehr nur noch kaputt und zerrüttet ist, sondern zerstört ist.

Und ab hier wandelt sich der Film: Aus dem Drama, welches bisher schon einen sehr subtilen Horrorunterton auf psychischer Ebene hatte, wird nun ein Film mit eindeutigen Horror auf physischer Ebene. May läuft „Amok“. Sie baut sich nach dem Motto „If you can't find a friend... make one“ ihren perfekten Freund aus Einzelteilen aus den besten Einzelteilen ihrer “Fast-Freunde”.

Regisseur und Drehbuchautor Lucky McKee ist dabei ein hervorragendes stilistisches Kunstwerk gelungen. Während er es im ersten Teil recht ruhig angehen lässt, dabei aber immer wieder mit beängstigenden Einzelszenen dafür sorgt, dass der Zuschauer nicht gelangweilt wird, sondern dass der Schrecken im Subtext schon vorhanden ist, lässt er es im zweiten Teil richtig krachen.
Schauspielerische Höchstleistungen werden hier weder verlangt, noch geboten, allerdings fällt Anna Faris (Scary Movie) etwas aus der Rolle und das nicht unbedingt positiv: Sie spielt ihre Rolle total überdreht und das wirkt alles andere als natürlich, der Rest der Crew hinterlässt aber einen recht ordentlichen Eindruck. Angela Bettis (Girl Interrupted) spielt die Rolle der May recht glaubwürdig und Jeremy Sisto (Wrong Turn) spielt den Freund und somit den dritten Protagonisten im Gefühlsmischmasch.

Der Film ist durchaus sehr verstörend, gerade weil sich die Handlung sehr langsam aufbaut und den Zuschauer so bis etwa 20 Minuten vor Schluss in trügerischer Sicherheit wiegt. Als MAY dann mit gnadenloser Härte loslegt, traut man seinen Augen kaum....
In einer Kritik über diesen Film habe ich mal etwas von Splatter gelesen. Dazu kann ich nur sagen: Splatter gibt es in dem Film nicht, aber eben Slashermomente, welche durch die Machart des Films doch den ein oder anderen etwas "überraschen" werden. Das bei diesen Szenen nicht die Hollywood-Slasher übliche laute "Schockmusik" eingebaut wurde, macht diese Szenen nur noch verstörender.


 
   

Trailer