Story
Der Nachbar Ein junges Paar zieht in ein einsames Haus am See, wo geheimnisvolle Dinge in der Nachbarschaft vorgehen...
Die Strassenbahn In einer Strassenbahn wird ein totes Mädchen unter einem Sitz gefunden, doch keiner der Fahrgäste scheint etwas bemerkt zu haben...
Augenzeuge Eine Frau beobachtet aus dem Auto einen Mord. Doch die Leiche ist verschwunden und niemand scheint ihr die schreckliche Wahrheit zu glauben...
Die Puppe Ist der mysteriöse Fremde, der eine junge Frau vefolgt, ein aus einer Irrenanstalt entflohener Wahnsinniger?
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Meinung
Der Nachbar Aufgrund der TV-Vorgaben, verzichtete Cozzi auf Gewaltdarstellungen und versuchte eher, die Spannung konstant hoch zu halten. Dies gelingt Cozzi auf wunderbare Art und Weise. Im Laufe der Zeit steigt der Spannungsbogen bis es zum „kleinen“ Finale kommt, welches mit einer genialen Idee endet. Neben der Einführung durch Dario Argento (dadurch wurde er über Nacht zum Star als Regisseur, kein Wunder, sahen doch dank eines Programms gleich 30-35 Millionen seine Serie) ist Argento in der ersten Episode als Anhalter, dessen Wagen streikt, selber zu sehen.
Interessant ist auch, dass die Serie in Farbe zu sehen ist, wobei sie selber im italienischen TV in schwarz-weiß gelaufen ist. Daher kommt auch Cozzis Rat, sich die Filme in schwarz-weiß anzuschauen. Keine schlechte Idee, hat man doch in der Farbversion immer den Eindruck, dass die Farben relativ blass sind. Also ist es jedem selbst überlassen, wie er sich die Teile anschaut, ich werde beides tun und dann vergleichen, was besser gefällt. Die Strassenbahn Allein schon die Idee, dass jemand in einer Straßenbahn umgebracht wird und keiner merkt es, ist schon recht Argento-like. Die Handschrift Argentos erkennt man bei „Il tram“ sofort wieder. Zwar scheint es schwierig zu sein, in einer Straßenbahn zu filmen, doch verzichtet auch Argento hier nicht auf seine üblichen Kamerafahrten und –winkel. Wie auch schon in Episode 1 gibt es hier so gut wie kein Blut oder drastische Morde, die man sonst von Argento gewohnt ist. Die Serie entstand halt eben für das italienische Fernsehen, und da galten in den 70er Jahren noch strengere Regeln für das TV. Eine sehr witzige Auflage kam von dem TV-Sender RAI selber. So durfte der Mörder nicht mit einem Messer morden, da es laut den Produzenten eine Art Phallus-Symbol sei. Argento war sauer und fragte, wie es denn mit einem riesigen Haken sei. Dies war dann kurioserweise OK.
Augenzeuge Auch bei dieser Story erkennt man die Hand Dario Argentos. In gewohnter Optik präsentieren uns Argento und Cozzi einen spannenden Krimi, der ähnlich merkwürdig beginnt wie schon bei „Il tram“, aber doch eine ganz simple Lösung bietet. Dies macht die Episode aber auf keinen Fall schlecht, der Spannungsbogen steigt bis zum Finale stetig an, so dass man gut unterhalten wird. Wie auch in den anderen Episoden verzichteten Argento und Cozzi wieder auf blutige Details, dank der Zensurfreude des italienischen TV-Senders RAI. Aber dies ist man nach zwei guten Episoden eh gewohnt, und so erfreut man sich lieber an der Spannung der einzelnen Episoden.
Die Puppe Man merkt ganz deutlich, dass Dario Argento in dieser Episode kaum noch involviert war. Die Regie übernahm der RAI-Mitarbeiter Mario Foglietti, so was es vorher mit Dario Argento abgesprochen. Leider gelingt es Foglietti kaum, in die Episode etwas Spannung reinzubringen. Die Story wirkt viel zu wirr für eine Kurzgeschichte, man kann einiges nur erahnen und schließlich wird man in seiner Ahnung auch bestätigt. Der gewünschte Aha-Effekt wie bei den drei anderen Episoden bleibt leider komplett aus, die Story fesselt einfach nicht. Auch wenn Luigi Cozzi dank Zeitnot wieder einige Szenen filmte, so durfte er nur unbedeutende kleine Szenen schießen, auf die Wichtigen konzentrierte sich weiter Foglietti, leider. Zugegeben, der Anfang der Story ist recht gut geworden, auch überrascht uns Foglietti mit einigen schönen Kameraperspektiven, aber dies macht noch lange keinen guten Film, wenn der Mittelteil und auch das ende einfach schwach sind. Gerade bei dieser Episode hätte man sich Unterstützung von Argento gewünscht. Leider kam es nicht dazu, und man erhielt diese Episode.
Alle Teile, italienisch mit deutschen Untertiteln
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