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Fluss der Mörderkrokodile, Der
 

Review - Filmkritik

Originaltitel: Fiume del grande Caimano, Il

Alternativtitel: Alligators, Big Alligator River, Big Caimano River, The

Herstellungsland/Herstellungsjahr: Italien, 1979

Laufzeit: 85 min uncut

Regie: Sergio Martino

Darsteller: Barbara Bach, Claudio Cassinelli, Mel Ferrer


 

Story

Mitten in der Wildnis entsteht ein Touristen-Hotel, welches man nur mit dem Hubschrauber erreichen kann. Die dortigen Eingeborenen, auch Kumas genannt, wollen sich an den Weissen rächen, indem sie die heilige Bestie wecken: ein riesiges Krokodil, welches so gross wie ein Bus ist. Nach ersten Verlusten kommt es zum entscheidenden Angriff. Während die Kumas mit brennenden Pfeilen die Touristen vom Land her attackieren, greift vom Wasser her aus das Riesenkrokodil an. Können der Hotelfotograf und seine schöne Freundin Alice dem Inferno entkommen? Dieser absolute Klassiker verbindet in gekonnter Weise das Genre des Tierhorrors mit den typischen Ausschweifungen des Mondo-Films.
 

Meinung

 Regisseur Sergio Martino der uns schon mit seinem hierzulande beschlagnahmten "Die Weisse Göttin der Kannibalen" in den Amazonas entführte und uns einen besonderen Mix aus Abenteuer und Kannibalenfilm bot, macht hier den großen Fehler und lässt diese gelungene Mischung aus Tierhorror- und Mondofilm 85 Minuten recht blutleer ablaufen, was bei einigen schnell zu Ermüdungserscheinungen führen dürfte.

Sergio Martino scheint aber bei den Tieraufnahmen nicht so recht gewusst zu haben, welche Tiere am Amazonas leben, so bekommen wir eine schöne Aufnahme eines Schimpansen und Orang-Utans zu Gesicht, die es in diesen Gebieten gar nicht gibt. Aber auch das sollte man nicht so kritisch sehen und stören wird es sowieso nur die, die von vornherein nichts mit dem Film bzw. dem Genre anfangen können.

Ein weitere Kritikpunkt wäre noch, dass der Film erst nach gut einer Stunde so richtig in Fahrt kommt. Zwar kommt man zwischendurch immer wieder in den Genuss des Krokodils, aus der bekannten "Der weiße Hai"-Perspektive und auch ein Pärchen darf kurz und unblutig aufgefressen werden, aber man kann sagen, dass das erste Drittel des Films den Darstellern gehört. Wenn der Alligator dann aber zubeißen darf, fällt dies leider etwas unspektakulär und holperig aus, was Sergio mit etwas Blut hätte kaschieren können (ja immer die Blutgier). Lustigerweise sterben hier sogar mehr Menschen durch die Eingeborenen, die ebenfalls Jagd auf die von der wandelnen Lederhandtasche geplagten Besucher machen um ihren Kroko-Gott zu besänftigen. In diesen Momenten dürfen wir deutlich mehr Blut und Gewalt sehen als der Alligator Schrecken verbreitet.
Für das zugegeben recht dünne Drehbuch zeichnete sich unter anderem Luigi Montefiore alias George "THE MANEATER" Eastman aus.

Claudio Cassalini, der hier den Reporter Daniel spielt und den meisten wohl aus "Island of the Fishman" und "Die weiße Göttin der Kannibalen" bekannt sein dürfte, sieht man hier in einer seiner letzten Genrerollen, bevor er 1985 bei einem Helikopterunglück ums Leben kam.

Für mich ist "Fluss der Mörderkrokodile" eine kleine Perle des italienischen Tierhorros, der trotz seinen geringen Blutanteils und einigen Inszenierungs- und Drehbuchschwächen 85 Minuten gut zu unterhalten weiß.


 
   

Trailer