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Audition  

Review - Filmkritik

Originaltitel: Odishon

Alternativtitel:

Herstellungsland/Herstellungsjahr: Japan, 1999

Laufzeit: 111 min

Regie: Takashi Miike

Darsteller: Royo Ishibashi,Eihi Shiina


 

Story

Seit dem Tode seiner Frau vor sieben Jahren kümmert sich der Unternehmer Aoyama allein um die Erziehung seines Sohnes. Nicht zuletzt auf dessen Drängen entschließt er sich eines Tages, nach einer neuen Frau Ausschau zu halten. Ein befreundeter Filmproduzent organisiert daraufhin ein Vorsprechen für ein fiktives Filmprojekt und lädt dazu allerhand alleinstehende Frauen in heiratsfähigem Alter ein. Aoyamas Wahl fällt auf die schöne Asami, deren feenhaftes Wesen ihn beeindruckt. Eine Entscheidung, die er bald bedauern wird.
 

Meinung

 Noch nie, nein, wirklich noch nicht einmal ansatzweise, hat es einen Film wie "Audition" gegeben, der gegen Ende so explodiert, sich so in eine völlig andere Richtung begibt, der zwei so verschiedene Erzählweisen besitzt. Die ersten eineinhalb Stunden sind wirklich kinoreif gefilmt, perfekt gespielt, mit wunderschönen, ja schon epischen Bildern und einer gewissen Melancholie, dass es teilweise schon eine Freude ist, den Liebenden Aoyama und Asami zuzusehen. Dieser Teil des Films würde eine fabelhafte, träumerische Romanze abgeben, denn auch die Story, die zwar sehr profitlich klingt, aber recht nett verläuft, ist die eines Liebesfilms.
Mit "Audition" hat Regisseur Takashi Miike sein bislang eindeutig subtilstes Werk abgeliefert. Der Film ist keine Actiongranate wie "Fudoh" und auch kein Genre-Crossover wie "Dead or Alive", sondern hervorragend gespieltes Psychodrama/-Thriller, welches mich teilweise an die Streifen von David Cronenberg erinnert hat.

Anfangs noch als melancholische Liebesromanze getarnt, entpuppt sich "Audition" im späteren Verlauf als düsteres und beklemmendes Horrorszenario. Wir erfahren mehr über Asamis Kindheit als gepeinigte Ballettänzerin und den Mord an ihrem sadistischen Lehrer. Als sie dann auch noch feststellen muß, daß ihr neuer Geliebter bereits verheiratet war und einen Sohn hat, endet für sie die Hoffnung auf die ersehnte heile Welt.

Das Ende ist dann komplett verstörend und sehr extrem, so dass es sanften Gemütern doch einiges abverlangt und sich echt ins Gedächnis brennt.
"Audition" zählt zweifelsohne zu den Filmen, denen man wirklich Zeit geben muss. Er taugt nicht als Partyfilm oder fürs Zwischendurch, man sollte danach nicht unbedingt was Bestimmtes vorhaben, denn "Audition" zieht runter, er deprimiert und er gibt zu denken. So fasziniert und angetan ich von den ersten 90 Minuten war, so entsetzlich ist der Rest. Er ist auch kein "Schundfilm", der nur gewalttätig sein möchte und ausser auf blutige Metzeleien auf nichts Wert legt, nein, ganz im Gegenteil, alles ist handwerklich perfekt, sehr schön anzusehen.

Fazit: Wunderschöne Bilder, brillante Schauspieler und eine stoische Erzählweise machen "Audition" zur 90-Minuten-Romanze, bei der es einem warm ums Herz werden könnte und die dann durch kalte, abstoßende Bilder und Rückblenden in Asamis Vergangenheit im brutalen wie abstossenden Finale seinen Höhepunkt findet.


 
   

Trailer